„Minimal-invasive Techniken in der Radiologie“

 

Blockpraktikum/Seminar im Wintersemester 2004/05 - Institut für Diagnostische Radiologie und Neuroradiologie

Die Greifswalder Radiologie veranstaltet im kommenden Wintersemester zum ersten Mal während zweier Wochen ein Blockpraktikum/Seminar mit einem Gesamtumfang von 42 Stunden zu den minimal-invasiven Techniken (interventionellen)  Radiologie.

  • Unterrichtsteile sind Einführungsvorträge des Dozenten zu Kursteilen, Praktische Übungen wie Aufklärungsgespräche, Teilnahme an Interventionen, Interventionen der Kursteilnehmer am Phantom und Befundung von Kontrolluntersuchungen unter fachkundiger Anleitung,

  • fachliche Teilkomplexe sind Diagnostische Punktionen, Drainagen, allgemein- und neuroradiologische Gefäßinterventionen, nuklearmedizinische Verfahren, strahlentherapeutische Verfahren (Brachytherapie), Klinische Konferenzen mit Entscheidungsfindung, Aufklärungsgespräch, Organisation von Interventionen, Anatomie, Bildführung, Komplikationen, Komplikationsmanagement, Nachbehandlung.

Teilnehmerzahl: 10 (auch weniger)

1. Vorbesprechung mit den Teilnehmern am 26.10.2004, 18:00 Uhr im Sekretariat Prof. Hosten, Klinikumsneubau, Sauerbruchstr.

Bitte vorher telefonisch anmelden unter 86 6960/7096!


Lernzielkatalog

Vorbereitung:

Die Studenten erhalten eine Zusammenstellung von wissenschaftlichen Standardarbeiten zu minimal-invasiven Techniken in der Radiologie. Diese müssen vor Kursbeginn gelesen sein. Zu Beginn des Seminars wird eine Referateliste zusammengestellt; jeder Teilnehmer stellt während des Kurses einen Aspekt in einem Referat vor.

Unterrichtsteile sind:

• Einführungsvorlträge zu Kursteilen durch Dozenten

• Seminar, d.h. Referat und Diskussion unter Leitung eines Dozenten.

• Praktische Übungen

Aufklärungsgespräche

Teilnahme an Interventionen

Befundung von Kontrolluntersuchungen unter Anleitung

Teilnahme an interdisziplinären Konferenzen (Tumorkonferenzen, Gefäßkonferenz)

Die gängigsten Verfahren

Indikation, Durchführung, Resultate -

Diagnostische Punktionen

  • Leber

  • Lunge

  • Kopf-Hals-Bereich

  • Knochen

Drainagen einschl. Pneu

Gefäßinterventionen

  • PTA

  • TIPSS

  • Aneurysmacoiling

  • Angiomembolisation

  • Carotisstent

  • Embolisation von Lebertumoren

  • Notfallcoling bei Gefäßabrissen

  • Lysetherapie

Nuklearmedizinische Verfahren

  • Radiojod-Therapie bei Schilddrüsenerkrankungen

  • 131-Jod Lipiocis Therapie beim HCC

Strahlentherapeutische Verfahren

  • Brachytherapie

Tumorkonferenzen

  • Therapieoptionen OP, Medikamentöse Therapie

Aufklärungsgespräch

  • Rechtliche Aspekte

  • Komplikationen

Organisation von Interventionen (integriert in die Seminarteile)

Anatomie

  • Zugangswege

  • Segmentanatomie Lunge, Leber

  • Kompartimente Hals

Bildführung

  • Durchleuchtung

  • Ultraschall

  • CT, Fluor-CT

  • Technik

  • Strahlenschutz

  • MRT

  • Technik

  • spez. Spulen (Mamma etc.)

Komplikationen, Komplikationsmanagement

  • Akute Blutung

  • Leberabszeß

  • Akuter Gefäßverschluß

Nachbehandlung 

  • Medikamentöse Nachbehandlung nach PTA

  • Spültechniken bei Drainagen

  • Verlaufsbeurteilung 

  • Ultraschall/Doppler

  • MRT, unterschiedliche Kontrastmittel

  • interstitielle Kontrastmittel

  • Leberspezifische Kontrastmittel

Abschlußprüfung: Schriftliche Hausarbeit, in der ein vorgegebener Fall diskutiert werden muss.


Aufteilung der 42 Stunden

Übergreifende Themen

Aufklärungsgespräch (3 Stunden)

(1 Stunde Vorbereitung, 1Stunde Nachbereitung als Vorlesung/Seminar, 1 Stunde praktische Übung, in der die Teilnehmer selbst aufklären)

Anatomie (2 Stunden)

Themenbereiche, die jeweils in einer 1 Vorlesungsstunde behandelt werden

  • Gefäßzugänge und Intrakranielle Gefäße

  • Segmentanatomie der Lunge und Segmentanatomie der Leber

Bildführung (4 Stunden)

praktische Einführung und Übungen am Phantom (Darstellung und Nadelplazierung)

1 Stunde Vorlesung (einschließlich Sicherheitsmaßnahmen und Strahlenschutz) für alle Methoden, je 1 Stunde praktische Übungen für US, CT, MRT

26 Stunden Interventionelle Radiologie + Nuklearmedizin

6 Stunden Diagnostische Punktionen

(1 Stunde Vorlesung, 4 Stunden Seminar, 1 Stunde Teilnahme an Intervention für je 2 Teilnehmer)

  • Leber 

  • Lunge

  • Kopf-Hals-Bereich

  • Knochen

(Material, Wert des negativen Ergebnisses, Tumorzellverschleppung, Zugangswege für die verschiedenen Lokalisationen, Technik der Aspiration bei Knochenpunktionen, Applikation von Lokalanaesthesie, Wirkung von Schmerzmedikationen u.a., Patientenführung - Atemkommandos u.a. - , Patienteneinweisung, Pitfalls - Aneurysmen, Kollateralen bei Leberzirrhose etc., Aufklärung über mögliches negatives Ergebnis, sterile Abdeckung)

2 Stunden Drainagen einschl. Pneu

(1 Stunde Seminar, 1 Stunde Teilnahme an Intervention für je 2 Teilnehmer)

(ein- und doppelläufige Drainage, Bedeutung des Durchmessers, Seldinger-Technik vs. Direktpunktion, Spülflüssigkeiten, KM-Anspritzen von Drainagen, auch unter Durchleuchtung, Darmschlingen und Punktionen, Spülung und Drainage, etwa bei Pankreatitis, Alternativmethoden, z.B. transgastrale Drainage von Pankreaspseudozysten)

12 Stunden Gefäßinterventionen

(je 1 Stunde Vorlesung Body und Neuro,  je 4 Stunden Seminar Body und Neuro, je 1 Stunde Teilnahme an einer Body und 1 Neuro-Intervention für je 2 Teilnehmer)

  • PTA, Lysetherapie

  • TIPSS

  • Aneurysmacoiling

  • Angiomembolisation

  • Carotisstent 

  • Embolisation von Lebertumoren

  • Notfallcoling bei Gefäßabrissen

(pAVK: Diagnostische Verfahren bei pAVK wie Anamnese, Laufbanduntersuchung, Druckmessung, körperliche Untersuchung, Farbdoppler-Sonographie, Differentialindikation zu Medikation, Bypass-Op, Sympathikolyse  und Intervention, Stent vs. Ballondilatation; Aussagekraft von invasiver - DSA - und nichtinvasiver - CTA, MRA - Angiographie; Erkennen und Quantifizieren von Stenosen; Indikation zur Lyse und praktische Durchführung).

(TIPSS: Pathophysiologie der portalvenösen Hypertension; Zeichen der Leberzirrhose in Sono, CT und MRT, CHILD-Stadien; Embolisationstherapie bei Varizen; Anatomie der Lebervenen und Pfortaderäste; Bewertung der präinterventionellen MRT; Mesentericographie mit indirekter Portographie zur Darstellung der Pfortaderanatomie; Ross-Nadel und andere Materialien; Durchführung der TIPPS; Ultraschallüberwachung der Pfortaderpunktion; Stent-Typen; Druckmessungen zur Erfolgskontrolle; hepatische Enzephalopathie)

(Aneurysmacoilin: Möglichkeiten der Aneurysmadarstellung-DSA, Rotationsangiographie, CTA, MRA; SAB und Komplikationen, Aneurysmakonfigurationen und ihre Behandlungsmöglichkeiten: Verschluss des Trägergefäßes, stentgestützte/ballonassistierte Coilembolisation, Coiltypen u nd Ablösemechanismen, Technik, Komplikationsmöglichkeiten: Aneurysmaruptur, Gefäßverschluss)

(Angiomembolisation: Typen der Arterovenösen Malformationen, Versorgungstypen, Pathogenese, Manifestation, Darstellung, Behandlungskonzepte: Embolisation, OP, Bestrahlung, Embolisationsmaterialien, Histoacryl/Lipiodol, Ethibloc (Flüssigembolisate), Embolisationstechniken und Kathetertypen, Risiken)

(Carotisstent: Indikationsstellung, Stenosegradbestimmung, Darstellungmöglichkeiten, Per- und postinterventionelle Medikation/Antikoagulation, Stentimplantation mit und ohne Prektion, Vordilatation, Nachdilatation;  Protektionssysteme, Stenttypen)

(Notfallcoiling: Kenntnis der Gefäßabrisse und -läsionen bei Polytraumen: Spinalarterien, Aortenbogen; Dissektionen der hirnversorgenden Arterien; Coil-Typen; technische Durchführung)

(Embolisation von Lebertumoren: Arteriell hypervaskularisierte Lebrtumoren wie HCC, Hypernephrom-Metastasen und Metastasen neuroendokriner Tumoren; Differentialdiagnostik in 3-Phasen CT der Leber und Eisen-MRT; Arterielle Versorgung der Leber und ihre Variationen; nichtinvasive (CTA, MRA) und invasive Diagnostik - DSA -; Embolisationsmaterialien: Spiralen, Lipiodol, nuklearmdizinische Materialien, PVA-PArtikel; Kombinationstherapie Embolisation - perkutane Ablation; Sonderfall der Pfortaderembolisation vor Rechtsresektion der Leber bei Tumoren und kleinem linken Leberlappen).

12 Stunden Tumor - Ablative Verfahren

(2 Stunden Vorlesung, 8 Stunden Seminar, 2 Stunden Teilnahme an Interventionen)

  • Lebermetastasen, LITT und RFA

  • 131-Jod Lipiocis Therapie beim HCC

(Wirkprinzipien der thermischen Ablation; Wirkprinzipien von Kryoablation einschl. Toxinschock, von Alkohol- und Essigsäureablation; Kenntnis der zugrundeliegenden histologischen Veränderungen; Bedeutung der Kapsel beim solitären HCC-Knoten für die Ablation; Metastasierungswege verschiedener Tumore mit Leber- und Lungenmetastasen; chirurgische Literatur zur Metastasektomie Leber und Lunge; Zugangswege zur Leber; Kenntnis der verschiedenen chirurgischen Resektionsverfahren wie Hemihepatektomie, anatomische und nicht-anatomische Resektion etc.; Aufbau gebräuchlicher Laser, monopolare und bipolare Sonden für die RFA; Komplikationen der ablativen Therapie - Abszess, Blutung, Pneu, Gallefistel, Galleleck -, normaler Ablauf und normale Erholungsphase)

4 Stunden Nuklearmedizinische Verfahren

(1 Stunde Vorlesung, 3 Stunden Seminar)

  • Radiojod-Therapie bei Schilddrüsenerkrankungen

(Differentialindikation, Dosisberechnung, Therapieökonomie im Vergleich zu Alternativen)

8 Stunden Strahlentherapeutische Verfahren

(2 Stunden Vorlesung, 4 Stunden Seminar, 2 Stunden Teilnahme an einer Therapie)

  1. Stereotaktische Bestrahlungstechniken

1 h Vorlesung: Technische und klinische Besonderheiten der Anwendung stereotaktischer Verfahren in der Strahlentherapie.

2 h Seminar: Demonstration von Vorbereitung und Durchführung einer stereotaktischen Strahlenbehandlung

  1. Brachytherapeutische Verfahren in der Strahlentherapie

1 h Vorlesung: Technische und klinische Besonderheiten der Brachytherapie.

2 h Seminar: Vorbereitung und Durchführung einer Brachytherapie