Wahlfach Transfusionsmedizin

Inhalte:

1. Physiologie und Pathophysiologie

  • Bildung, Aufbau, Funktion und Kinetik hämatopoietischer Zellen

  • kreislaufphysiologische Grundlagen

  • immunologische Grundlagen und Immungenetik

  • Physiologie und Pathophysiologie des Hämostasesystems

2.   Immunhämatologie

2.1 Grundlagen der Blutgruppenserologie

  • Bedeutung und Genetik der Blutgruppensysteme

  • Methodik der Verträglichkeitsdiagnostik

  • Klinik, Diagnostik, Therapie und Prophylaxe des Morbus hämolyticus fetalis/neonatorum

  • v.a. Rhesuserythroblastose

  • Klinik, Diagnostik und Therapie autoimmunhämolytischer Anämien

  • Klinik, Diagnostik, Therapie und Prävention der hämolytischen und nicht-hämolytischen Transfusionszwischenfälle und -reaktionen

2.2  Bedeutung der HLA- und HPA-Systeme (zweiter Abschnitt)

  • Genetische und methodische Grundlagen

  • Kompatibilitätskriterien für Organ- und Stammzelltransplantation, Thrombozytentransfusionen

  • Klinik und Diagnostik der Auto- und Alloimmunthrombozytopenien (v.a. ITP mit DD anderer Thrombozytopenien, d.h. v.a. TTP-Moskowitz und HUS)

3. Grundzüge der Herstellung von Blutkomponenten und Plasmaderivaten:

  • Gewinnung und Herstellung aus Vollblut

  • Zyt- und Plasmapheresen

  • Qualitätsprüfung und Sicherheit

4. Indikationsstellung für die Gabe von Hämotherapeutika

  • Erythrozytenkonzentrate

  • Thrombozytenkonzentrate

  • Frischplasma

  • Albumin

  • Immunglobuline

  • andere Plasmaderivate

5. Grundzüge der Blutkomponenten-Transfusion 

6. Autologe Transfusionen

7. Transfusionsbedingte Nebenwirkungen:

  • hämolytische Transfusionszwischenfälle

  • febrile nicht-hämolytische Transfusionsreaktionen, u.a. HLA-Antikörper-bedingt

  • Hypervolämie

  • posttransfusionelle Purpura

  • Graft-versus-host Reaktionen

  • anaphylaktische Reaktionen/Schock

  • transfusionsassoziierte Sepsis

  • allergische Reaktionen

  • physikalisch oder chemisch bedingte Hämolyse

  • ausbleibende Wirkung (v.a. bei Thrombozytentransfusionen und Frischplasma)

  • Infektionen durch Viren und andere Infektionserreger

8. Klinik, Diagnostik und Therapie hämostaseologischer Erkrankungen (zweiter Abschnitt):

8.1 angeborene hämorrhagische Diathesen

  • Mängel/Defekte plasmatischer Gerinnungsfaktoren

  • Defekte der Thrombozytenfunktion

  • Gefäßfehlbildungen

8.2 erworbene hämorrhagischen Diathesen

  • Systemstörungen

  • Organstörungen

  • Malignome

  • Traumata/Verbrennungen

  • medikamentös-toxische Ursachen

  • Infektionen

8.3 angeborene thrombophile Diathesen

  • Defekte des Gerinnungs- oder Fibrinolysesystems

  • Gefäßfehlbildungen

8.4 erworbene thrombophile Diathesen

  • Systemstörungen

  • Organstörungen

  • Malignome

  • Traumata/Verbrennungen

  • medikamentös-toxische Ursachen

  • Infektionen

8.5 Grundzüge der Indikationsstellung, Auswahl, Anwendung und Überwachung hämostaseaktiver Therapeutika einschließlich Differentialtherapie

  • Antikoagulantien

  • Fibrinolytika/Antifibrinolytika

  • Hämotherapeutika


  Stunden Lernziel eigene Tätigkeiten Stunden kumulativ Tag
Einführung
Einführungsgespräch und Führung 2 Std. Ziele des Praktikums, Ablauf der Blutspende, rechtliche Grundlagen   2 1
Spende
Spenderanmeldung 30 Min. Identifikation, Computer beobachten 2,5 2
Voruntersuchung 2 Std. Spenderauswahl und Rückstellgründe Messung Hb, Blutdruck; Bewertung der Anamnesebögen 4,5  
ärztl. Unters. Fremdblutsp. 2 Std. Untersuchung, Ausschlussgründe, SSA Sp.-Untersuchung 6,5 3
ärztl. Unters                        Eigenblutsp. 2 Std. Untersuchung, Komorbidität, Bestrahlung von Blutprodukten Sp.-Untersuchung 8,5 4
Spendesaal 2 Std. Kennzeichnung, Aseptik Abnahme Spende 10,5 5
Zytapherese/Plasma-pherese 2 Std. Prinzip der Spende, Aufbereitung Beobachten, Aufrüsten des Zellseparators unter Aufsicht 12,5 6
Verarbeitung
Fraktionierung 4 Std. Komponentenkonzept Herstellung EK, Plasma, Buffy, Sterilschweissen, Leukozytendepletion Herstellen einer Konserve mit hohem Hämatokrit, Bestrahlen von Blutprodukten 14,5 7
    Vergleich Pool-Thrombozytenkonzentrate und Aherese-Präparate beobachten 16,5 8
Lagerung
Plasma   Einfriervorgang und Quarantänelagerung bei Plasma; Lagerungs-u. Transportbedingungen, Haltbarkeit Schockfrieren bei Plasma und 17,5 8
Erythrozytenkonzentrat     Kontrolle der Lagerungsbedingungen für Blutkomponenten    
Thrombozytenkonzentrat 1 Std.        
Infektionsdiagnostik          
Infektionsserologie 2 Std. relevante Erreger Beobachten und Auswertung 19,5 9
HCV-PCR 2 Std. Prinzip der Methode Beobachten und Auswertung, selbständiges Herstellen eines Pools, RNA Isolierung und PCR-Durchführung 21,5  
Erythrozytenserologie
Probenannahme 30 Min. Identifikation, Autorisierung beobachten 22 10
Blutgruppe/AKS 3 Std. Methoden Bestimmung der eigenen Blutgruppe, AKS+Differenzierung, Befunderstellung 25 11
Kreuzprobe 2 Std. Dokumentation, Verträglichkeit Kreuzprobe durchführen, kompatible Konserven für immunisierten Patienten heraussuchen, kreuzen 27 12
spezielle Bereiche
Thrombozytenlabor 4 Std. TRC-Funktion, TRC-Antikörper, HIT PIFT, Aggregometrie, 31 13/14
DNA-Labor 6 Std. Prinzip Methode DNA-Isolierung und 37 15
      HPA-Genotypisierung    
Besondere Patienten
HLA-Labor 3 Std. Vergleich von Standardversorgung eines Patienten und Versorgungsaufwand bei Problempatienten Fallbesprechungen 40 16
  • Teilnahme an morgendlicher Besprechung an jedem der Tage

  • Teilnahme an allen Konsilen während der Wahlfachzeit