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Forschungsleistungen

Als öffentlich getragene Hochschuleinrichtung hat die Universitätsmedizin Greifswald großes Interesse an einer möglichst uneingeschränkten Verbreitung der Ergebnisse aus den Forschungsarbeiten ihrer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Die erfolgreiche Einwerbung zusätzlicher Finanzmittel bei den unterschiedlichsten Drittmittelgebern stärkt dabei die Ressourcenbasis für die erfolgreiche Durchführung von Forschungsprojekten. Sowohl wissenschaftliche Veröffentlichungen als auch Drittmittelausgaben sind primäre Parameter für die Erfassung und den Vergleich der Forschungsleistungen. Dies ist unter anderem auch für die intramurale leistungsorientierte Mittelvergabe relevant. 

Das FIS-Projekt wurde von der Universitätsmedizin Greifswald ins Leben gerufen, um den stetig wachsenden und komplexer werdenden Anforderungen einer adäquaten institutsübergreifenden Publikations- und Projektverwaltung gerecht zu werden.

Der Grundgedanke des FIS ist eine innovative Matrixstruktur, d.h. die flexible Vernetzung verschiedenartiger Entitäten, wie z.B. Publikationen, Projekte, Einrichtungen, Forschungsverbünde und Personen. Abteilungs-, instituts-, fakultäts- und auch universitätsübergreifende Kooperationsstrukturen können uneingeschränkt abgebildet werden. Das FIS bildet die zentrale Grundlage für verwaltungsseitige Publikations- und Projektauswertungen im Kontext der Leistungsorientierten Mittelvergabe (LOM) sowie der Drittmittelverwaltung und erhöht wesentlich die Transparenz von Forschungsaktivitäten für Mitarbeiter und Kooperationspartner.

Die Einbindung aller fünf Fakultäten wurde 2014 mit der Migration der Publikationsdaten der Philosophischen-,  Theologischen- und Rechts- und Staatswissenschaftlichen Fakultät erfolgreich realisiert. Das FIS erfüllt schon jetzt  einen Großteil der Empfehlungen des Wissenschaftsrates für einen „Kerndatensatz Forschung“. Mit dem institutsübergreifenden FIS hat das ICM im Bereich der Fakultätsverwaltung einen wichtigen strategischen Beitrag geleistet und neue Maßstäbe in der Datenverwaltung geschaffen.

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Das Forschungsinformationssystem dient der Erfassung und Verwaltung von Projekten, Kooperationen und Publikationen und deren Nutzung zur Erstellung von dynamischen Datenansichten und Berichten durch die Wissenschaftler und Mitarbeiter der Universität selbst.

Ein wesentliches Element stellt das freie Vernetzen von Publikationen, Projekten, Personen, Kooperationen, Instituten etc. miteinander dar. Aus dieser Informationsvernetzung ergeben sich vielfältige Möglichkeiten der Datennutzung. So können z.B. Außendarstellungen von Mitarbeitern, Kooperationen, Forschungsverbünden und Instituten durch individuell gefilterte interaktive Publikations-, Projekt- oder Mitarbeiterübersichten unterstützt und verschiedene textuelle sowie Excel-basierte Berichtsformate mit individuell gefilterten Daten generiert werden. Textuelle Berichtsformate vervollständigen z.B. Projektanträge und wissenschaftlicher Lebensläufe, während Excel-basierte Berichtsformate vielfältige frei konfigurierbare Datenauswertungen ermöglichen. Der größte Vorteil des FIS ist dabei, dass Daten lediglich in ein einziges zentrales System eingegeben werden müssen und anschließend auf vielfältige Weise genutzt werden können.

Die Eingabe und Verwaltung der Daten wird durch verschiedene Schnittstellen unterstützt. So werden externe Formate, wie Endnote, BIBTEX und Reference Manager unterstützt. Eine Schnittstelle zur PubMed Datenbank ermöglicht die direkte Übernahme der Publikations-Daten aus MEDLINE ins Forschungsinformationssystem. Die Impact Factor Werte werden regelmäßig aus den Journal Citation Reports in die FIS-Datenbank importiert.

 

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Durch die Anbindung an das Mitarbeiterverwaltungs-System hat jeder in der Forschung tätige Mitarbeiter einen individuellen Zugang zum Forschungsinformationssystem und kann seine Daten eingeben bzw. den Datenbestand ständig mit aktualisieren und somit zu einem umfassenden System beitragen. Es besteht die Möglichkeit der Vernetzung mit der Homepage einer Einrichtung, eines Forschungsverbundes, Institutes oder einzelnen Wissenschaftlers, sodass ein individueller Nutzen zur Außendarstellung aus dem gespeicherten Datenbestand gezogen werden kann. Somit leistet das Forschungsinformationssystem gleichermaßen einen Beitrag zur Darstellung der Leistungsfähigkeit nach außen als auch zur Datenverwendung für interne Auswertungen.

Derzeit werden pro Jahr etwa 2500 Publikationen und 400 Projekte eingestellt und Informationen zu ca. 40.000 Publikationen der Universität Greifswald im Forschungsinformationssystem bereitgestellt.

Kontakt

Daniel Fredrich
Universitätsmedizin Greifswald
Institut für Community Medicine
Abt. Versorgungsepidemiologie und Community Health
Ellernholzstr. 1/2
17475 Greifswald

E-Mail: daniel.fredrichuni-greifswaldde
Telefon: 03834 86-7570

 

Zur Stärkung der wissenschaftlichen Exzellenz, Förderung der einrichtungsübergreifenden Kooperation und zur Honorierung von Forschungsleistungen vergibt die Universitätsmedizin Greifswald (UMG) jährlich einen Teil des ihr zur Verfügung stehenden Landeszuschusses für Forschung und Lehre auf der Grundlage forschungsbezogener quantitativer Leistungsparameter an ihre Einrichtungen und Abteilungen.

Für die Ermittlung der den einzelnen Organisationseinheiten aus dieser Leistungsorientierten Mittelvergabe (LOM) zustehenden Budgetbeträge wird ein Zeitraum von drei Jahren zu Grunde gelegt ("running average" - gleitender Mittelwert). Als Leistungsparameter gehen in die Ermittlung ein:

  • die Qualität und Zahl wissenschaftlicher Publikationen (Artikel, Buch, Buchbeitrag)
  • die Höhe und Herkunft verausgabter Drittmittel

 

 

Bewertungskriterien

Die Rangfolge der Einrichtungen/Abteilungen und ihr prozentualer Anteil an der Forschungsleistung der UMG werden mit einem LOM-Index ermittelt. Er setzt sich jeweils zu einem Drittel aus folgenden Aspekten zusammen.

1. Summe der vollen Impactfaktoren bzw. Leistungspunkte der Publikationen

  • Grundlage der Publikationsbewertung sind die aktuellen Impactfaktoren des Journal Citation Reports(JCR).
  • Existiert für einen Artikel ein vom JCR offiziell gelisteter Impact Factor (IF) für das jeweilige Jahr, so wird der IF für jede beteiligte Einrichtung in voller Höhe angerechnet.
  • Eine volle Wertung erfolgt nur dann, wenn zumindest ein Autor im Wertungsjahr Mitarbeiter der UMG war und dies im Artikel dokumentiert ist. Fehlt die entsprechende Affiliation, werden lediglich 10 % des betreffenden Impactfaktors angerechnet.
  • Alle sonstigen mehrseitigen Publikationen zählen 0,2 Leistungspunkte (LP).
  • Bei Artikeln vom Typ = Letter, Comment werden nur 20 % des jeweiligen IFs berücksichtigt.
  • Bücher und Buchbeiträge mit einer ISBN-Nummer und aus einem wissenschaftlichen Verlag werden nach ihrem Umfang bewertet:
    • 0,1 LP für 1 bis 10 Seiten,
    • 0,5 LP für 11 bis 20 Seiten,
    • 1,0 LP für 21 bis 50 Seiten,
    • 1,5 LP für 51 bis 250 Seiten und
    • 2,0 LP für mehr als 250 Seiten.

2. Summe der Impactfaktor-Anteile bzw. Leistungspunkt-Anteile der Autoren

  • Autorenanteile für Artikel werden in drei gleichgewichtete Typ-Gruppen aufgeteilt: Erst-, Ko- und Senior-Autoren. Jede Gruppe teilt diesen Anteil nochmals durch die Anzahl der jeweiligen Gruppenmitglieder. Ist eine Gruppe nicht besetzt, wird deren Anteil zu gleichen Teilen an die restlichen Gruppen aufgeteilt. In den Einzelauflistungen dieser Kategorie im Forschungsinformationssystem (FIS) der Universität Greifswald wird zu jedem Artikel die Zusammensetzung wie folgt dargestellt:

    • der volle IF (nach Journal in Klammern) 
    • die Anzahl der Gruppenmitglieder unabhängig von der Einrichtungszugehörigkeit (Anz. ...)
    • Anteil eines Gruppenmitgliedes unabhängig von der Einrichtungszugehörigkeit (Pkt. ...) 
    • Anteile innerhalb einer Gruppe für die jeweilige Einrichtung (Ant. ...)
    • Liste der zur Einrichtung zugeordneten Autoren mit Punktanteil und Typ-Gruppe, z. B. 0,123 - Max Mustermann (Erst-Autor)
  • Bei Büchern und Buchbeiträgen werden die ermittelten LP über alle Autoren und Editoren gleichverteilt.

3. Summe der Drittmittel-Leistungspunkte

  • Für begutachtete Drittmittel (peer Review, in der Regel öffentlich geförderte Projekte) werden 2 Leistungspunkte pro 50.000 EUR vergeben, für Projekte der Auftragsforschung 1 Leistungspunkt pro 50.000 EUR.
  • Es werden die Ausgaben aller Innenaufträge von Projekten der jeweiligen Einrichtung zusammengezählt. Wenn ein Projekt mehr als einer Einrichtung zugeordnet ist, werden die im FIS hinterlegten Anteile (%) berechnet und den Einrichtungen entsprechend zugewiesen.

Allgemeine Hinweise

Für die Berücksichtigung in der Leistungsorientierten Mittelvergabe (LOM) müssen die folgenden Kriterien erfüllt sein:

  • Artikel:
    • Status = "erschienen - EPub" oder "erschienen - Druck" (finaler Publikationsstatus)
    • Typ = Originalartikel, Übersichtsartikel, Case-Reports, Letters und Comments
  • Buch:
    • Status = "erschienen - EPub" oder "erschienen - Druck" (finaler Publikationsstatus)
    • ISBN Nummer vorhanden
    • gültige Seitenangaben
  • Jede Publikation wird bei der LOM dem Erscheinungsjahr (finaler Publikationsstatus) zugeordnet.
  • Voraussetzung für die Berücksichtigung von Drittmitteln ist das Vorhandensein eines Innenauftrages für ein eingerichtetes Projekt und eine Zuordnung der Ausgaben für die Innenaufträge durch die Abteilung Fakultätscontrolling und Drittmittelmanagement. Es werden nur geförderte und eingerichtete Projekte berücksichtigt.

 

 

Datenerfassung

Die Datenerfassung für die forschungsbezogene LOM erfolgt im Forschungsinformationssystem (FIS) der Universität Greifswald. Die Einrichtungen/Abteilungen haben bis zum 31. Januar eines jeden Jahres Zeit, ihre Forschungsleistungen des jeweils vorangegangenen Jahres in das FIS einzugeben. Danach erfolgt die Datenauswertung nach der oben beschriebenen Methodik durch das Dekanat. Das Ergebnis dieser Aufbereitung wird den Einrichtungen zur Kontrolle vorgelegt.

 

Vergabemodus

Die im Konzept verwendeten Definitionen der zugewiesenen Ressourcen-/Kostenarten sind aus Gründen der Handhabbarkeit und Verständlichkeit bewusst breit gefasst. Auf der obersten Ebene wird in Personal, Sachmittel und Investitionen unterschieden. Das personal unterteilt sich in wissenschaftliches und nichtwissenschaftliches Personal, das wissenschaftliche Personal wiederum in W1-, W2- und W3-Professoren sowie ([zahn]ärztlich-)wissenschaftliche Mitarbeiter. Die Sachmittel unterteilen sich in professurgebundene Sachmittel, direkte Sachmittel und indirekte Sachmittel.

Elementare Komponenten des Verteilungsmodells sind Basisparameter und Zuteilungsschlüssel. Sie steuern vor allem in den dezentralen Budgetmodulen die Ressourcenbemessung, liegen in transparenter Form vor und können bei Bedarf beziehungsweise zur Simulation fortgeschrieben und modifiziert werden.

Greifswald, Beschluss FRS 6. März 2018