Zum Inhalt springen

Forschungsverbünde

Die Forschungsverbünde der Universitätsmedizin Greifswald dienen den Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern zur instituts- und kliniksübergreifenden Abstimmung gemeinsamer Forschungsvorhaben in profilprägenden Schwerpunktbereichen. Gleichzeitig erfolgt über sie die intramurale Förderung zur Unterstützung von Nachwuchswissenschaftlerinnen und -wissenschaftlern, Anschubfinanzierung von integrierten Forschungsprojekten, strategischen Strukturförderung sowie Einladung von Referenten. Der Forschungsverbund Community Medicine besteht seit 1997, der Forschungsverbund Molekulare Medizin seit 2000 und die Koordinationsrunde „Individualisierte Medizin“ seit 2014.

Community Medicine befasst sich mit Prävalenzen, Inzidenzen, Ursachen und Risikofaktoren für weit verbreitete  chronische Erkrankungen und der medizinischen Versorgung auf Bevölkerungsebene. In dem 1995 gegründeten Forschungsverbund Community Medicine (FVCM) arbeiten Disziplinen der  Medizin, der Naturwissenschaften und der Sozialwissenschaften aus Instituten und Kliniken der Universitätsmedizin Greifswald, aber auch der theologischen, staatswissenschaftlichen und mathematisch-naturwissenschaftlichen Fakultät der Universität Greifswald zusammen.

Der FVCM konnte seit seiner Gründung die bevölkerungs-, präventions- und versorgungsbezogene Medizinforschung zu einem wichtigen Standortfaktor mit nationaler und internationaler Ausstrahlung entwickeln. Zentrale Aufgabe des FVCM ist die strategische Planung und die Qualitätssicherung von Community-Medicine-Projekten, die Förderung der interdisziplinären Zusammenarbeit und des wissenschaftlichen Nachwuchses,  die Priorisierung von Untersuchungen bei begrenzten Ressourcen der in Vorpommern durchgeführten populationsbasierten Studien.

Zu den vom FVCM verwalteten Studien gehört die Langzeitstudie „Study of Health in Pomerania“ (SHIP), deren Probanden nach 5, 10 und 15 Jahren erneut untersucht wurden. Ferner zählen dazu die SHIPTrend-Kohorte, die 10 Jahre nach Beginn von SHIP-0 mit neuen Probanden startete und der bevölkerungsweite „Survey of Neonates in Pomerania“ (SNiP).

Der Vorstand  des FVCM trifft sich monatlich, entscheidet über  Datennutzungs- und Biomaterialanträge und sorgt für einen Interessensausgleich bei konkurrierenden Datennutzungsanträgen. Der FVCM verwaltet Daten und Biomaterialen von SHIP, SHIPTrend, SNiP und des auf Patientenkohorten beruhenden Verbundes „Greifswald Approach to Individualized Medicine“ (GANI_MED). In den letzten Jahren wurden mittels verschiedener OMICS-Technologien (GWAS, Metabolomics, Transcriptomics, Proteomics) neue Datensätze in SHIP und GANI_MED erschlossen, die zu weltweit gemeinsamen Publikationen  in großen transnationalen Konsortien führen. Alle erhobenen Daten dieser Studien können über die Transferstelle beantragt werden.

Kontakt

Prof. Dr. Thomas Kocher
Universitätsmedizin Greifswald
Zentrum Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde
Rotgerberstr. 8
17475 Greifswald

E-Mail: kocheruni-greifswaldde
Telefon: 03834 86-7172  oder -7130

 

 

Der Forschungsverbund Molekulare Medizin der Universitätsmedizin Greifswald ist ein Zusammenschluss von Wissenschaftlern mit Forschungsschwerpunkten im Bereichen der  Aufklärung molekularer Ursachen von Krankheiten und molekularer Therapiemechanismen, der 2001 gegründet wurde.

Die Aufgaben dieses Verbundes liegen u.a. in der interdisziplinären Begleitung von Forschungsvorhaben und von Projektanträgen, der Pflege wissenschaftlicher Kontakte im In- und Ausland und vor allem der Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses. Förderinstrumente für den wissenschaftlichen Nachwuchs sind beispielsweise die Unterstützung der aktiven Teilnahme an wissenschaftlichen Veranstaltungen bzw. die Unterstützung erster eigener Forschungsprojekte durch Anschubfinanzierungen.

Thematisch steht die Entwicklung neuer therapeutischer Ansätze auf den Gebieten Onkologie, Kardiologie, Immunologie, Virologie und Neurologie im Mittelpunkt des Interesses der beteiligten Gruppen. Der Forschungsverbund bildet komplementäre Expertisen zum Forschungsverbund Community Medicine der Universitätsmedizin Greifswald ab.

Kontakt

Prof. Dr. Uwe Völker
Universitätsmedizin Greifswald
Interfakultäres Institut für Genetik und Funktionelle Genomforschung
Abteilung Funktionelle Genomforschung
E-Mail: uwe.voelkeruni-greifswaldde
Telefon: 03834 86-5870

 

Der von der Universitätsmedizin Greifswald (UMG) verfolgte Greifswalder Ansatz einer Individualisierten Medizin (GANI_MED) bringt Expertisen und Kapazitäten aus den beiden Forschungsschwerpunkten Community Medicine und Molekulare Medizin zur Weiterentwicklung individualisierter Behandlungs- und Präventionskonzepte zusammen. Die Individualisierte Medizin zielt darauf ab, auf Grundlage von individuellen Charakteristika des Patienten passgenauere Therapien zu entwickeln. Diese Charakteristika können aus umfassenden biologischen Informationen (Biomarker) oder aber auch aus psychosozialen und klinischen Daten des Patienten abgeleitet werden.

Hierzu hat die GANI_MED-Studie in Greifswald wichtige Voraussetzungen geliefert. Die Individualisierte Medizin ist seit dem 1.1.2015 in der sogenannten Koordinationsrunde strukturell verankert. Die Koordinationsrunde „Individualisierte Medizin“ ist das zentrale Gremium für Aspekte der Integrierten Individualisierten Medizin am Forschungsstandort Greifswald. Sie

  • schafft den Rahmen für intensive interdisziplinäre und interfakultäre Kooperationen
  • steuert die Einrichtung und das Follow-up von GANI_MED-Patientenkohorten
  • entscheidet über Daten- und Probennutzungsanträge zu den GANI_MED-Patientenkohorten
  • initiiert Forschungsanträge
  • entwickelt Konzepte zur Translation innerhalb und außerhalb der Universitätsmedizin Greifswald
  • entscheidet nach Vorstellung der Projektideen durch den/die Antragsteller/in über intramurale Anträge zur Anschub- und Vernetzungsfinanzierung
  • berät über Forschungsansätze und Methoden zur individualisierten Medizin
  • befasst sich mit Fragen der Datenintegration in das Klinische Arbeitsplatzsystem
  • bestimmt die inhaltliche Ausrichtung der GANI_MED-Lectures
  • koordiniert die Erarbeitung von Lehrinhalten für Studierende (z.B. Wahlfach Individualisierte Medizin) und Interessierte

Kontakt

Prof. Dr. Hans J. Grabe
Universitätsmedizin Greifswald
Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie
Ellernholzstr. 1-2
17489 Greifswald

E-Mail: grabehuni-greifswaldde
Telefon: 03834 86-6915