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Projekt „Lindgrün für Patienten“ – ehrenamtliche Patientenhilfe

Warum ehrenamtliche Patientenhilfe an der Universitätsmedizin Greifswald?

Die wirtschaftliche Ausrichtung unserer Krankenhäuser hat einen unangenehmen Nebeneffekt – der Patient soll Diagnostik, Therapie und Pflege in möglichst effizient bei hohen Qualitätsstandards durchlaufen. Das erfordert die ganze Konzentration der Ärzte und Pflegekräfte. Da bleibt wenig Zeit für das Menschliche, den Zuspruch und das offene, vertrauensvolle Gespräch. Hinzu kommt, daß viele Patienten keine Familie vor Ort haben oder die Familienmitglieder durch Arbeit und Wohnort keine zeitnahe Betreuung sicherstellen können. Hier springt die ehrenamtliche Patientenhilfe (ePH) der Universitätsmedizin ein. Die ehrenamtlichen Patientenhelferinnen und -helfer schenken den Patienten in den Krankenhäusern bei Bedarf Zeit, menschliche Nähe oder stehen für Hilfen zur Verfügung. Das heißt, die ehrenamtlichen Helfer/innen erledigen all jenes, was normalerweise Angehörige der Patienten/innen erledigen, d.h. Tätigkeiten, die nicht unter den vergüteten Pflegekanon des hauptamtlichen Pflegepersonals fallen. Das können z.B. sein:

  • Begleitung von Patienten zu Untersuchungen, zum Friseur, beim Spaziergang u.ä.,
  • kleinere Handreichungen, Briefe schreiben, Telefonate erledigen,
  • kleinere Besorgungen erledigen,
  • Vorlesen, Spielen, Zuhören, den Klinikalltag erträglicher machen,
  • Unterstützung und Hilfe bei Verwaltungsakten im Krankenhaus,
  • Vermittlung von Kontakten zu hauptamtlichen Krankenhausmitarbeitern und
  • alles, wofür niemand des Krankenhauspersonals verantwortlich ist, was die Patienten aber erledigen müssen.

Die ehrenamtliche Patientenhilfe ist keine Putzkolonne und kein Hilfspersonal für personell schlecht ausgestattete Kliniken oder Altenheime. Sie ist einzig und allein dem Wohl der Patienten/innen verpflichtet.

Immer wieder werden die Damen und Herren der ehrenamtlichen Patientenhilfe gefragt:

Warum machst Du das, so ganz ohne Bezahlung?

Die Antwort lautet in der Regel so ähnlich, wie:

………, weil es Freude macht, gebraucht zu werden!
………, weil es Freude macht, die Dankbarkeit zu erfahren!
………, weil es Freude macht, mitten drin zu sein!

Und ehrlich - gibt es eine bessere Art des Menschseins als denen zu helfen, die Zuwendung, Hilfe oder einfach ein Gespräch brauchen, um die Eintönigkeit des Klinikalltags zu bewältigen.

Ehrenamtliche Patientenhilfe an der Universitätsmedizin Greifswald:

Die derzeitig aktive Gruppe der „Ehrenamtlichen Patientenhilfe“ (ePH) wurde durch den Verein der Freunde und Förderer des Universitätsklinikums im Jahre 2012 ins Leben gerufen. Damals begannen zwei Frauen mit der Arbeit, zunächst unter dem Dachverband der eKH (evangelische Krankenhaushilfe e.V.). Inzwischen sind durchschnittlich 13 bis 15 Frauen regelmäßig an der UMG tätig. Die praktische Arbeit der Ehrenamtlichen wird dankenswerterweise durch den Krankenhausseelsorger Herrn Laudan koordiniert.

Seit 2016 hat der Förderverein des Uniklinikums die Trägerschaft für die Gruppe der ehrenamtlichen Helfer/innen selbst übernommen. Die Mitglieder des Fördervereins unterstützen und fördern die Gruppe durch die Übernahme anfallender Kosten. Das sind z.B.:

  • die typische lindgrüne Kleidung der Ehrenamtlichen,
  • Kosten für Weiterbildungsveranstaltungen (z.B. Referenten, Reisekosten),
  • Kosten für Materialien der Nachwuchswerbung,
  • Aufwandsentschädigungen für die Ehrenamtlichen (z.B. Fahrtkosten u.ä.).

EINBLICK – Ehrenamtliche Patientenhilfe an der Universitätsmedizin Greifswald in Aktion (ehemals Grüne Damen und Herren)
[Produziert von Greifswald TV]

Könnten Sie sich vorstellen, in einer solchen Gruppe der ehrenamtlichen Patientenhilfe (ePH) der Universitätsmedizin Greifswald mitzuarbeiten?

Dann melden Sie sich bei uns. Unsere Kontaktdaten finden Sie hier!

Häufige Fragen von Interessenten/innen:

  • Wie groß ist der zeitliche Aufwand?
    Der wöchentliche Umfang des Engagements ist individuell gestaltbar, schon wenige Stunden können für die Patienten hilfreich und für den Helfer bereichernd sein. Aus der Erfahrung empfiehlt sich ein Mindesteinsatz von 4h/Woche.
  • Wer sagt mir denn, was ich zu machen habe?
    Kein Mitglied der ePH wird „in´s kalte Wasser gestoßen“ oder allein gelassen. Es gibt eine detaillierte Einführung in das Tätigkeitsgebiet. Zunächst begleiten Neulinge erfahrene ehrenamtliche Helfer/innen; erst wenn sich die Neuen sicher und vertraut fühlen, werden sie eigenständige Aufgabenfelder übernehmen. Die Aktivitäten werden durch den Koordinator, Herrn Laudan, gesteuert. Erlebnisse und Erfahrungen können in monatlichen Gruppentreffen besprochen und ausgewertet werden.
  • Wie gehe ich auf die Patienten zu?
    In regelmäßigen Weiterbildungen werden die Ehrenamtlichen über Themen ihres Tätigkeitsfeldes informiert. Das Themenspektrum beinhaltet sowohl methodische Fragen (z.B. Gesprächsführung), als auch grundsätzliche Fragen des menschlichen Lebens (eschatologische Themen), wie z.B. existenzielle Bedrohung u.ä.
  • Was ist, wenn ich bei meiner ehrenamtlichen Tätigkeit selbst einen Schaden verursache oder einen Unfall erleide?
    Die ehrenamtlichen Helfer sind als Gruppe über den Förderverein gegen Unfall- und Haftpflichtschäden abgesichert.