Nervenrekonstruktionen
Die Wiederherstellung von Nervenfunktionen nach einem Trauma oder einer Tumoroperation stellt eine besondere Herausforderung in der rekonstruktiven Chirurgie dar. Dank moderner mikrochirurgischer Techniken ist es heute möglich, Nervenverletzungen gezielt zu behandeln. Die Rekonstruktion peripherer Nerven erfordert ein individuelles Vorgehen unter Berücksichtigung der Defektlänge, der betroffenen Funktion sowie der Zeit seit der Schädigung. Durch die Vielzahl an rekonstruktiven Eingriffen bestehend aus mikrochirurgischer Nervenrekonstruktion, motorischen Ersatzplastiken und gezielten Reanimationsverfahren kann vielen Patienten eine deutliche funktionelle Verbesserung ermöglicht werden.
Ein interdisziplinärer Ansatz zwischen plastischer Chirurgie, Neurochirurgie, Handchirurgie und begleitender Physiotherapie und Ergotherapie ist dabei essenziell.
Die Wahl der Behandlungsmethode hängt von der Art, Dauer und Lokalisation der Nervenschädigung ab. Zu den wichtigsten Verfahren zählen:
- Rekonstruktion des geschädigten Nervs
- Primäre Naht bei spannungsfreier Adaptation bei akuten Verletzungen
- Nerveninterponat (z. B. mit körpereigenem Nerventransplantat)
- Synthetische oder biologische Materialien zur Überbrückung kurzer Defekte
- Behandlung von Tumoren peripherer Nerven
- Motorische Ersatzplastiken
Wenn eine direkte Nervenrekonstruktion nicht möglich oder nicht erfolgreich ist, können motorische Ersatzplastiken zum Einsatz kommen. Hierbei wird die Funktion des erlahmten Muskels durch die Umleitung gesunder Muskeln wiederhergestellt. - Statische und dynamische Rekonstruktionen bei einer Fazialisparese