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Kopf-Hals-Tumorzentrum

Herzlich Willkommen im Kopf-Hals-Tumorzentrum der Universitätsmedizin Greifswald

Das Kopf Hals Tumorzentrum der UMG ist eine spezialisierte Einrichtung zur Behandlung von Tumorerkrankungen im Bereich von Kopf und Hals. Im Speziellen geht es um Tumoren von Mundhöhle, Kiefer, Speicheldrüsen, Rachen, Kehlkopf und Halsweichteilen sowie der Nasen und- Nasennebenhöhlen und des Nasen- und Ohrschädels mit angrenzender Schädelbasis.

Als zertifiziertes Tumorzentrum der Deutschen Krebsgesellschaft seit 2017 behandelt das Zentrum weit über 100 Fälle von Tumorerkrankungen im Jahr. Der größte Anteil davon sind Plattenepithelkarzinome der Schleimhäute. Zusammengenommen sind Karzinome von Mund, Rachen und Kehlkopf die vierthäufigste Krebserkrankung in Deutschland. Sie findet sich verstärkt bei Patienten, die Schadstoffen ausgesetzt sind wie Zigarettenrauch, Lack, Asbest und Alkohol. Auch Viren wie das Humane Papillomavirus HPV Typ 16 und 18 können insbesondere an der Gaumenmandel Krebs auslösen, vergleichbar mit der Entstehung von Gebärmutterhalskrebs. Neben den Plattenepithelkarzinomen werden verschiedene Tumoren der großen und kleinen Speicheldrüsen sowie seltene Tumoren der großen und kleinen Speicheldrüse sowie seltene Tumoren des Knochens, der Gefäße und Nerven, der Zahnanlagen und spezielle Tumoren der Nase- und Nasennebenhöhlen und der Kieferknochen operativ und nicht operativ behandelt. In Zusammenarbeit mit der Hautklinik behandelt das Zentrum auch Hauttumoren im Kopf- und Halsbereich, insbesondere im Gesicht, an den Ohren und an Ober- und Unterlippe.

Im Rahmen des Zentrums sind ärztliche Kolleginnen und Kollegen und Pflegefachkräfte der Klinik und Poliklinik für Hals-, Nasen-, Ohren, Kopf- und Halschirurgie sowie der Klinik und Poliklinik für Mund-Kiefer- und Gesichtschirurgie/Plastische Operationen. Das Zusammenwirken von zwei spezialisierten operativen Disziplinen stellt ein besonderes Merkmal des Kopf-Hals-Tumorzentrums dar – zum Wohle der Patienten kommt es hier zu einer Bündelung der Expertise der beteiligten Kliniken. Es besteht darüber hinaus eine enge Kooperation mit der Klinik für Strahlentherapie sowie der Klinik für Hämatoonkologie (Innere Medizin C). Alle Kliniken beraten sich regelmäßig in wöchentlichen interdisziplinären Tumorkonferenzen und legen hierbei individualisierte Behandlungskonzepte für jeden Patienten fest. Gerade im Kopf-Hals-Bereich stellt die Abwägung der individuellen Heilungschancen und der jeweiligen Nebenwirkungen (z. B. funktionelle oder ästhetische Beeinträchtigungen) bei der Therapieplanung eine komplexe Herausforderung dar. Eine diesbezüglich optimale Versorgung kann oft durch minimalinvasive Eingriffe oder z. B. durch Rekonstruktionen mittels freier Gewebetransplantationen erzielt werden.  Zum erweiterten Therapieangebot gehört außerdem der Einsatz von moderner Strahlentherapieverfahren (z. B. intensitätsmodulierten Strahlentherapie IMRT oder der Volumetric Arc Therapie VMAT), wobei es hier um das Ziel einer möglichst effektiven Schonung von Gewebe in Nachbarschaft der Geschwülste geht.  Die Festlegung der individualisierten Behandlungspläne geschieht in Übereinstimmung mit aktuellen internationalen Leitlinien, sie orientiert sich dabei immer auch am individuellen Krankheitsgeschehen, an der Persönlichkeit und am Wunsch jedes Patienten. Die zuletzt genannten Gesichtspunkte werden in individuellen Beratungsgesprächen ausgelotet.

Zur individuellen Therapie gehört ein besonderes Augenmerk auf dem Erhalt einer höchstmöglichen Lebensqualität. Dabei begleitet und unterstützt Sie unser Team aus u.a. Sozialarbeitern, Logopäden, Phoniatern, Physiotherapeuten, Ernährungsberatern, Psychoonkologen und onkologischen Fachpflegekräften. In besonderen Fällen stehen prothetisch erfahrene Zahnärzte der Universitätszahnmedizin, ergänzt durch unsere fachkundigen externen Epithetikpartner, ebenfalls zur Verfügung. Ziel ist ein Rehabilitationsprozess, der zur möglichst kompletten Wiederherstellung der Gesundheit und -eng damit verbunden- zur optimalen sozialen Wiedereingliederung führt. Auf individuellen Wunsch stellen wir auch den Kontakt zu Selbsthilfegruppen her, um unseren Patienten Erfahrungsberichte "aus erster Hand" zu ermöglichen.

Forschung am Kopf-Hals-Tumorzentrum der Universitätsmedizin Greifswald

Die Forschungstätigkeit am Tumorzentrum hat einen traditionellen Schwerpunkt in der Plasmamedizin. Hierfür besteht unter anderem eine enge Kooperation mit dem Leibnitz-Institut für Plasmaforschung und Technologie in Greifswald.  Hierbei werden neben molekularen Mechanismen der Plasmawirkung auf Tumorgewebe sowie normaler Schleimhaut auch die Applikation von Plasma mittels Endoskopen erforscht, mit dem Ziel der Zulassung einer endoskopischen Plasmaquelle. Bereits zugelassen ist die klinische Anwendung eines Plasma-Jet, den wir in besonderen Fällen bei Patienten mit weit fortgeschrittenen Tumoren oder postoperativ einsetzen. Das Plasma, das hierbei zum Einsatz kommt, ist ein körperwarmes Argonplasma, das sowohl zur Beeinflussung von Gewebe genutzt werden kann als auch zur Desinfektion.

Neben der Plasmamedizin, in der wir durch ein Forschungsprojekt im Exzellenzprogramm des Landes und Fördermitteln der Europäischen Union auch mit der Universitätsmedizin Rostock verbunden sind, werden auch Aspekte der Prognose und Lebensqualität von Patienten erforscht. Hierfür besteht eine Kooperation mit der UKSH Campus Lübeck zur Erforschung von prognostischem Outcome von Patienten abhängig von deren Komorbidität.

Um die Therapie für Kopf-Hals Tumorpatienten stetig zu verbessern ist die Durchführung von klinischen Studien essentiell. Das Kopf-Hals-Tumorzentrum führt daher mit seinen zahlreichen Mitgliedern der verschiedenen Fachdisziplinen interdisziplinäre Studien durch, die den Patienten ermöglichen von den neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen zu profitieren.